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Ratgeber

Standby-Verbrauch senken

Wie Sie heimliche Dauerverbraucher abschalten und bis zu 115 Euro pro Jahr sparen.

Aktualisiert: Juni 2026 / Lesezeit: 7 Min.

Wenn der Fernseher aus ist, kostet er nichts? Leider falsch. Viele Geräte ziehen auch im Bereitschaftsbetrieb dauerhaft Strom – für eine Anzeige, einen schnellen Einschaltzustand oder die Netzwerkverbindung. Diese Standby-Verluste sind unsichtbar, summieren sich aber über das Jahr auf 50 bis 115 Euro pro Haushalt. Das Beste daran: Standby zu senken ist eine der einfachsten und günstigsten Sparmaßnahmen überhaupt.

In diesem Ratgeber zeigen wir, welche Geräte besonders ins Gewicht fallen, wie Sie den Verbrauch messen und mit welchen Mitteln Sie ihn dauerhaft senken – von der einfachen Steckdosenleiste bis zur smarten Steckdose mit Zeitplan.

Was ist Standby überhaupt?

Standby bezeichnet den Bereitschaftszustand eines Geräts, in dem es zwar nicht aktiv genutzt wird, aber weiter mit Strom versorgt bleibt. Typisch sind die rote LED am Fernseher, das leuchtende Display der Mikrowelle oder die ständige WLAN-Verbindung einer Spielekonsole. Hinzu kommt der sogenannte Schein-Aus-Zustand: Manche Geräte verbrauchen selbst dann Strom, wenn sie scheinbar komplett ausgeschaltet sind, solange der Stecker in der Dose steckt.

Moderne Geräte sind dank EU-Vorgaben sparsamer geworden, doch viele ältere Modelle ziehen weiterhin 5 bis 15 Watt rund um die Uhr. Bei Dauerbetrieb macht jedes Watt im Jahr rund 8,76 kWh aus – multipliziert mit Ihrem Strompreis ergibt das den jährlichen Standby-Kostenbeitrag jedes Geräts.

Die größten Standby-Sünder

Nicht jedes Gerät verbraucht gleich viel. Diese Kandidaten lohnen die genaue Betrachtung:

  • Spielekonsolen: Im Ruhemodus mit aktivierten Hintergrund-Downloads ziehen sie teils 10 Watt und mehr.
  • Set-Top-Boxen und Receiver: Viele kennen keinen echten Aus-Zustand und laufen quasi dauerhaft.
  • Soundbars und AV-Receiver: Bleiben oft im Standby, um per HDMI sofort verfügbar zu sein.
  • Drucker: Tintenstrahldrucker führen im Standby regelmäßig Reinigungszyklen durch.
  • Kaffeevollautomaten: Display und Warmhaltefunktion verbrauchen rund um die Uhr.
  • Netzteile ohne Last: Ladegeräte und Steckernetzteile ziehen Strom, auch wenn nichts angeschlossen ist.

Schritt 1: Standby messen

Bevor Sie handeln, sollten Sie wissen, welche Geräte wirklich relevant sind. Mit einer smarten Steckdose mit Verbrauchsmessung erfassen Sie über einen Tag oder eine Woche genau, wie viel ein Gerät im Bereitschaftsbetrieb zieht. Der Wert in kWh, multipliziert mit Ihrem Strompreis, zeigt Ihnen sofort die Jahreskosten. So sehen Sie schwarz auf weiß, wo sich das Abschalten am meisten lohnt. Eine ausführliche Mess-Anleitung finden Sie im Beitrag Stromfresser im Haushalt finden.

Smarte Helfer gegen Standby

Diese smarten Steckdosen messen den Standby-Verbrauch und schalten Geräte nach Zeitplan automatisch ab.

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Schritt 2: Standby dauerhaft abschalten

Es gibt mehrere Wege, dem Standby den Strom abzudrehen. Welcher passt, hängt von Ihrem Komfortanspruch ab.

Die schaltbare Steckdosenleiste

Die einfachste und günstigste Lösung: Schließen Sie alle Geräte einer Ecke – etwa Fernseher, Soundbar, Konsole und Receiver – an eine Steckdosenleiste mit Kippschalter an. Ein Knopfdruck trennt abends alles vom Netz. Der Nachteil: Man muss daran denken, und manche Geräte verlieren ihre Einstellungen.

Die smarte Steckdose mit Zeitplan

Komfortabler ist die Automatisierung. Eine smarte Steckdose schaltet Geräte nach festem Zeitplan ab – zum Beispiel jede Nacht von 0 bis 6 Uhr und werktags zwischen 9 und 17 Uhr, wenn niemand zu Hause ist. Das spart, ohne dass Sie aktiv werden müssen. Über die App lässt sich der Verbrauch zugleich überwachen.

Anwesenheits- und Lastabhängige Schaltung

Fortgeschrittene Systeme schalten Geräte erst aus, wenn die gemessene Leistung längere Zeit unter einen Schwellwert fällt – ein Zeichen, dass das Gerät nur noch im Standby läuft. So bleibt der Komfort erhalten, während echte Bereitschaftsverluste konsequent gekappt werden. Welche Steckdosen das beherrschen, zeigen wir in der Smart-Plug-Kaufberatung.

Beispielrechnung: So viel sparen Sie

Rechnen wir ein realistisches Szenario durch, mit einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde. In einem typischen Wohnzimmer ziehen Fernseher, Soundbar, Spielekonsole und Receiver zusammen rund 35 Watt im Standby. Über das Jahr sind das etwa 307 kWh und damit gut 107 Euro – nur für die Bereitschaft.

Schalten Sie diese Geräte über eine smarte Steckdose nachts und tagsüber konsequent ab, lassen sich rund 80 Prozent davon einsparen, also gut 85 Euro pro Jahr. Kommt das Heimbüro mit Drucker und Netzteilen hinzu, sind schnell über 100 Euro Ersparnis drin. Die Anschaffung einer smarten Steckdose ist damit oft schon nach wenigen Monaten amortisiert – und der Effekt wiederholt sich Jahr für Jahr.

Praktische Sofort-Tipps

  • Ziehen Sie Ladegeräte aus der Dose, sobald das Gerät voll ist.
  • Bündeln Sie Geräte an schaltbaren Leisten nach Räumen oder Nutzungssituation.
  • Nutzen Sie den echten Aus-Schalter, wo vorhanden, statt der Fernbedienung.
  • Legen Sie Zeitpläne für Geräte fest, die nachts garantiert niemand braucht.
  • Lassen Sie den Router laufen, wenn Telefon oder Smart Home darauf angewiesen sind – hier spart Abschalten meist nicht.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet Standby pro Jahr?
Je nach Haushalt verursachen Standby-Verluste rund 50 bis 115 Euro pro Jahr. Schon ein einziges Gerät, das dauerhaft 10 Watt im Bereitschaftsbetrieb zieht, kostet bei 35 Cent pro Kilowattstunde etwa 31 Euro jährlich. In einem typischen Haushalt summieren sich viele solcher kleinen Dauerverbraucher zu einem dreistelligen Betrag.
Welche Geräte verbrauchen im Standby am meisten?
Zu den größten heimlichen Verbrauchern zählen Spielekonsolen im Ruhemodus, Set-Top-Boxen und Receiver, Soundbars, Drucker, Kaffeevollautomaten mit Display sowie ältere Netzteile. Auch der Router gehört dazu, lässt sich aber meist nicht abschalten, weil Telefon und Smart-Home-Geräte ihn brauchen.
Wie schalte ich Standby am einfachsten ab?
Am einfachsten mit einer schaltbaren Steckdosenleiste, die mehrere Geräte auf einmal vom Netz trennt. Noch komfortabler sind smarte Steckdosen mit Zeitplan: Sie schalten Verbraucher automatisch nachts und tagsüber ab, wenn niemand zu Hause ist, und messen den Verbrauch gleich mit.
Schadet häufiges Abschalten den Geräten?
Für die allermeisten Unterhaltungs- und Bürogeräte ist das vollständige Abschalten unproblematisch und sogar empfehlenswert. Ausnahmen sind Geräte, die im Betrieb eine Aufwärm- oder Initialisierungsphase brauchen, etwa manche Drucker oder Receiver mit Programmierung. Bei diesen lohnt es, den Zeitplan so zu legen, dass das Gerät bei Bedarf rechtzeitig wieder Strom hat.
Lohnt sich eine smarte Steckdose nur für Standby?
Ja, oft schon allein dafür. Eine günstige smarte Steckdose mit Messfunktion kostet wenig und spart durch das automatische Abschalten von Standby-Geräten häufig mehr ein, als sie kostet. Zusätzlich macht sie versteckte Stromfresser sichtbar – wie Sie damit weitere Verbraucher entlarven, lesen Sie in unserem Beitrag Stromfresser im Haushalt finden.

Standby automatisch abschalten

Mit der richtigen smarten Steckdose kappen Sie Bereitschaftsverluste per Zeitplan. Vergleichen Sie die besten Modelle in unserer Kaufberatung.

Zur Smart-Plug-Kaufberatung